22 September 2006

European Patchwork

Donnerstag morgen neun Uhr. Eine Traube von Frauen steht vor dem Theater in Saint Marie aux Mines. Zwischendrin auch ein paar Männer, von denen aber die wenigsten begeistert drein schauten. Später wußte ich auch warum. "Schatz mach mal von dem ein Foto und von dem Ausschnitt..." Na wenn ich mir so vorstelle, dass ich das hätte tun sollen in einer Autoausstellung, dann hätt ich wohl noch bescheidener geschaut.
Fünf Meter hinter der Kasse spricht mich auf einmal eine Dame an und fragte, ob sie wohl mal meinen Pullover fotografieren dürfte. Na das ging ja gut los. ( Liebe Grüße an das nette Ehepaar).

Das grüne Teil an mir war dann bis zum späten Nachmittag noch öfter ein Hingucker., wie mir meine Freundin bestätigte. Ich hatte an dem ersten Tag aber nur Augen für die fantastischen Arbeiten der Künstlerinnen.
Zum Beispiel von Anne-Marie Bertrand. Ihre Arbeiten sind selten größer als ein Blatt Papier.Fasziniert haben mich auch die Quilts von Priscilla Bianchi, die herkömmlich Patchworkstoffe und -techniken mit den traditionellen Stoffen und Farben der guatemaltekischen Indios kombinierte. Zu Anfang fand ich sie eigentlich nur furchtbar bunt und schrill. Aber schon nach wenigen Minuten hatten sie eine eigenwillige Faszination.

Dieser Spiegelmambo hat in sich. Millimeterkleine Stoffteilchen sind so akribisch zusammengesetzt, dass ich selbst nach intensiever Suche kein Teil fand, dass auch nur im geringsten von den anderen spiegelgleichen abwich. Respekt. Selbst eine Farbharmonie stellte sich nach genauem Betrachten bei mir ein.


Es war wirklich ein Erlebnis. Wieso habe ich das nicht eher gemacht? Val d`Argent allein ist mit Sicherheit eine Reise wert, dennoch waren die Ausstellungen die Krönung.